2.5.05

Traumjob-Show ist Marquards Kindergarten...

...und der grosse Zampano spielt die erste Geige. Ein erster TV-Gucker hat beim DRS-Ombudsmann Beschwerde gegen die Traumjob-Sendung eingereicht, weil Jürg „Mister Pop“ Marquard sich in selbstbefriedigender Perversität“ darstelle, wie die Sonntagszeitung berichtete.
Nun kommt das schweizerische Kompromiss-Denken zum Tragen: der Publikumsrat will sich die Sendung einmal ansehen. Gut so, dann schaltet der "Rat" mal auch die SRG… - auch wenn der Ratspräsident der Sonntagszeitung gesagt hat. "Mir persönlich fällt auf, wie Marquard seinen Reichtum zelebriert." Weiter werden die unverhüllten Sponsor- und Werbeabdeckungen, die nicht als solche gekennzeichnet sind, angegriffen. Andere prominente Kritiker wie etwa der Direktor des Arbeitgeberverbandes, erklärte in einem anderen Sonntagsblatt, dass Marquards Show wenig mit Realität zu tun habe, der Geschäftsleiter des KV Zürich meint sogar, dass die Kandidaten gegen einander aufgehetzt würden. Gezeigt werde das „Herrscherdenken“.
Für den Mister Pop sind solche Seitenhiebe freilich gar nicht zu beachten: „Das Karrieredenken ist nicht a priori schlecht und steht im Vordergrund der Sendung.“ Na ja…

28.4.05

Verlagsfachmann und Verlagsmanager erhalten Diplomprüfungen

In diesem Herbst finden erstmals Berufsprüfungen zur Erreichung des Eidgenössischen Fachausweises Verlagsfachmann/frau statt. So informierte heute das Medieninstitut
des Verbandes der Schweizer Presse. Richtungsweisend sei die vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, kurz als BBT geschrieben und ebenso unbekannt wie voll ausgeschrieben, im letzten November festgeschriebene Prüfungsordnung. Im März nächsten Jahres sind die Prüfungen für das Diplom des Verlagsmanagers/der Verlagsmanagerin anstehend. Hier werden dann komplette Diplomarbeiten verlangt. Diese „Hausaufgaben“ sind bis zum 25 November abzuliefern. Die Ghost-Writer werden Freude dran haben. Der Anmeldeschluss für beide Prüfungen ist schon am 15. Juni.

26.4.05

Pendlerblatt nun auch in St. Gallen

Die Gratiszeitung 20 Minuten expandiert nun auch mit einer Regionalausgabe in St. Gallen. Scheinbar ist dort noch unentdecktes Werbeland zu finden. Nach den regionalen Heftchen in Bern, Basel, Zürich und Luzern (Innerschweiz)kriegt nun auch St. Gallen einen zusätzlichen Berg an Papier. Aber vielleicht bleibt der ja im Zug nach Zürich irgendwo unentdeckt liegen…

22.4.05

1.Berner Medien-Platte

Die Platte aus Bern, die Berner Platte, ist so satt mit Speck, Gnagi, Wurst und Würstchen gefüllt. Ist aber nicht auf Bern fixiert, sondern will dem Geschnetzeltem aus Zürich einfach ein bisschen Berner Denken entgegegn setzen (wobei der Chefe schon weiss, was gedacht werden könnte...).

Also, Vorspeise gibt es nicht, das Mahl muss künftig reichen. Es soll ausreichend sein, und wenn Sie kommentieren, gibt es sogar für uns einen Nachtisch. Hier aus dem Bernbiet hoffe ich auf Echos …

Wir kommen heute in der Nacht – aber wir sind eben die Berner hier, auch wenn es schon bald so früh am Morgen ist.

No News are good News. Die Sesselrutscherei muss die NZZ selbst verkraften. Die unsichere Chefredaktion bei der BAZ geht auf das Konto der Aktionäre.

Und noch zu vermelden: Der Mittel-Land-Zeitung scheint es gut zu gehen. So gelesen. Was aber nichts über die Qualität es Blattes heissen soll.

21.4.05

Berner Medienplatte gefällig?

Ab heute wird unser Kollege Peter Doeberl neben meinem Zürcher Mediengeschnetzelten in unregelmäßigen Abständen eine Berner Medienplatte servieren, mit allem drum und dran. Heute Nacht geht es - quasi als Mitternachtsschmaus - los. En Guede!

19.4.05

Neues Kulturportal im Teletext

Swiss TXT lanciert ein neues Infoangebot über nationale kulturelle Veranstaltungen im Teletext von SF 1, TSR 1 und STI 1. Den Anfang macht das Montreux Jazz Festival 2005, Swiss TXT liefert Kurzberichte direkt vom Festival.
Wie die Werbewoche schreibt, werden dazu Services wie Wetter und Verkehr in der Region, Ticketauskünfte und eine Agenda kombiniert. Über zusätzliche, kostenpflichtige SMS-Dienste will Swiss TXT offenbar außerdem Geld verdienen.

18.4.05

Journalistensolidarität wird in Frage gestellt

Der bei Impressum organisierte Journalistenverband Ostschweiz-Liechtenstein kritisierte an seiner Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag die neuen Arbeitsbedingungen für Berufsjournalisten (festangestellte Kollegen und auch Freelancer).
Nach der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) durch die Verleger hätten sich die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert. Betroffen seinen davon nicht nur Kollegen, die ihren Job unter der Rute des Verlegerdiktates erfüllen, sondern auch sehr viele freie Journalisten. „Speziell freie Berufsjournalisten werden wie Freiwild behandelt“, sagte die Impressum-Präsidentin Kohn.
Es gebe Redaktionen, die würden lieber Lehrer, Studenten oder Hausfrauen auf gewisse Themen ansetzen, ohne noch auf die Qualität der Schreibe zu achten. Diese Dumpingpreispolitik führe auch dazu, dass vermehrt junge Journalisten keinem Verband und keiner Gewerkschaft mehr angehören – man richte sich nach dem Markt.

Kommentar
(doe) Wie weise gesprochen. Als freier Journalist spüre ich diese nackten Tatsachen nicht erst seit 2004, sondern seit 2001. Das mag an meinem Alter liegen. Das mag an meinen Preisen liegen. Das mag auch daran liegen, dass ich eher ein unbequemer, freier Schreiber bin, der halt auch mal zwischen den Zeilen durchscheinen lässt, was er selbst denkt. Aber Impressum hat schon recht: Das Honorardumping durch Schnatterlieschen und Ewig-Student, durch Vereinspräsident und PR-Tante ist unerträglich geworden. Genauso wie die Weigerung der Verleger, endlich einmal wieder einen GAV zu beraten und zu unterschreiben. Vielleicht braucht es wirklich einen Streik der organisierten Journalisten – und dazu zähle ich auch alle Comedia-Mitglieder – um unsere sicherlich berechtigten Forderungen durchzusetzen. Lasst uns das einmal gemeinsam überlegen …