Journalistensolidarität wird in Frage gestellt
Der bei Impressum organisierte Journalistenverband Ostschweiz-Liechtenstein kritisierte an seiner Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag die neuen Arbeitsbedingungen für Berufsjournalisten (festangestellte Kollegen und auch Freelancer).
Nach der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) durch die Verleger hätten sich die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert. Betroffen seinen davon nicht nur Kollegen, die ihren Job unter der Rute des Verlegerdiktates erfüllen, sondern auch sehr viele freie Journalisten. „Speziell freie Berufsjournalisten werden wie Freiwild behandelt“, sagte die Impressum-Präsidentin Kohn.
Es gebe Redaktionen, die würden lieber Lehrer, Studenten oder Hausfrauen auf gewisse Themen ansetzen, ohne noch auf die Qualität der Schreibe zu achten. Diese Dumpingpreispolitik führe auch dazu, dass vermehrt junge Journalisten keinem Verband und keiner Gewerkschaft mehr angehören – man richte sich nach dem Markt.
Kommentar
(doe) Wie weise gesprochen. Als freier Journalist spüre ich diese nackten Tatsachen nicht erst seit 2004, sondern seit 2001. Das mag an meinem Alter liegen. Das mag an meinen Preisen liegen. Das mag auch daran liegen, dass ich eher ein unbequemer, freier Schreiber bin, der halt auch mal zwischen den Zeilen durchscheinen lässt, was er selbst denkt. Aber Impressum hat schon recht: Das Honorardumping durch Schnatterlieschen und Ewig-Student, durch Vereinspräsident und PR-Tante ist unerträglich geworden. Genauso wie die Weigerung der Verleger, endlich einmal wieder einen GAV zu beraten und zu unterschreiben. Vielleicht braucht es wirklich einen Streik der organisierten Journalisten – und dazu zähle ich auch alle Comedia-Mitglieder – um unsere sicherlich berechtigten Forderungen durchzusetzen. Lasst uns das einmal gemeinsam überlegen …





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